
Grundsätzlich gibt es in jedem Kniegelenk 3 Gelenkregionen, eine an der Innenseite (grenzt an das andere Knie an), eine weitere an der Außenseite und letztendlich eine zentrale Region hinter der Kniescheibe.
Hierbei ist die innere Gelenkregion (genauer das mediale Gelenkkompartiment) das am häufigsten betroffen Knorpelareal bei einer Arthrose des Kniegelenks. Große wissenschaftliche Übersichtsarbeiten gehen davon aus, dass deutlich über 50-60% der Kniegelenksarthrosen an der Innenseite lokalisiert sind
In großen wissenschaftlichen geht man davon aus, dass mehr als 50-60% der Arthrosen an der Kniegelenksinnenseite lokalisiert sind. Hier kommen noch die sehr selten lateralen Arthrosen mit ca. 10% hinzu.
Bei der Operation wird nur eine Gelenkregion mit einem Implantat ersetzt. Genau genommen handelt es ich um eine Oberflächenersatz. Durch die Arthrose ist der Gelenkknorpel in der betroffenen Region oftmals vollständig aufgebraucht und muss ersetzt werden. Für die sichere Verankerung des Implantates muss die obere Knochenschicht abgeschliffen werden und das kleine Metallimplantat an der oberen und unteren Gelenkfläche eingebracht werden. Dazwischen befindet sich ein fest verankerter Meniskusersatz, eine hochwertiger Kunststoff, der optimale Gleitfähigkeiten hat und zudem heutzutage nur eine sehr geringen Verschleiß aufweist.
1) eine sehr viele natürlicheres Kniegefühl
2) sehr viel mehr sportliche Aktivitäten möglich
3) sehr viel geringeres OP-Risiko
4) deutlich geringeres Risiko für Komplikationen
5) sehr viel kürze Nachbehandlungszeit mit ambulanter Reha
6) schnellere Rückkehr in den Alltag
Wenn es Vorteile gibt, gibt es meistens auch Nachteile?
A) die Implantate sind nicht für jeden Patienten geeignet
B) das oftmals befürchtete Voranschreiten der Arthrose ist bei der richtigen Indikationsstellung vernachlässigbar
c) der eigentlich wichtigste Nachteil der Schlittenprothesen ist eine etwas höhere Rate an notwendigen Wechsel-Operationen!
Die 10-Jahresüberlebensrate liegt bei ganzen Kniegelenksimplantaten nach 10 Jahren bei ca. 95% (d.h. nach 10 Jahren war bei 95% der Patienten keine Wechsel-OP notwendig)
Bei unikondylären Prothesen hingeben sind es "nur" ca. 90%!
--> diese Beurteilung sagt allerdings nichts darüber aus, wie gut oder wie schlecht die Patienten im Alltag mit dem Implantat zurechtkommen.
Mögliche Gründe?
Und bei richtiger Indikationsstellung und erfahrenen Operateuren wird der Abstand in Bezug auf die Wechseloperationen sehr viel geringer!!!
D) Die Indikationsstellung und die Erfahrung des Operateurs sind zwei sehr wichtige Aspekte bei der Implantation von Unischlitte-Implantaten.
Bei über 50-60% der Fälle besteht eine isolierte Arthrose am Kniegelenk nur an der Innenseite (sog. anteromediale Gonarthrose).
Allerdings werden in Deutschland nur ca. 13-14% Schlittenprothesen implantiert (Zahlen von 2024) Woran liegt das?
Obwohl in der Literatur ganz klare nachgewiesen werden konnte, das bei einer isolierten Arthrose, meist an der Innenseite des Kniegelenks eine kleines Schlittenimplantat für die allermeisten Patienten das zu favourisiserende Verfahren ist.
Mögliche Gründe für das Ungleichgewicht von wissenschaftlicher Evidenz und klinischen Alltag.
Sehen sich sich hierzu gerne das folgende verlinktet Video der Herstellerfirma an:
https://youtu.be/BCw-nviQ1V8?si=XLXy-t2UozjJEFfW
Das Grundprinzip ist ein Ersatz der geschädigten Knorpels, wobei für die sichere Fixierung des Implantates die oberste Knochenschicht abgeschliffen werden muss. Das Implantat ist oftmals nur wenig dicher als die ursprüngliche Knorpelschicht und wird mittels zweier Zapfen im Knochen verankert. Es gibt einen oberen/ femoralen Anteil und einen unteren/ tibialen Anteil der eine hochwertige Polyetyhlen-Gleitfläche beinhaltet.

Die silberen" Basisplatte" besteht aus einer Titanlegierung (Ti6Al4V) und der gebogenen Teil aus einer hochfesten, verschleißarme Metalllegierung (CoCr), in diesem Fall mit einer speziellen TiNbN-Beschichtung (Titan-Niob-Nitrid).
Sehr viel häufiger werden bei den kleinen Unischlittenprothesen heutzutage zementfreie Varianten eingesetzt, wohingegen bei den großen ganzen Knieprothesen weiterhin der allergrößte Teil mit einer Zementschicht fixiert wird.
Der entscheidende Vorteil der zementfreien Variante ist, dass es keine zusätzliche Schichten gibt die sich miteinander verbinden müssen, sondern der Knochen direkt an das Implantat anwächst. Dieses ist im Gegensatz zu der zementierten Variante mit einer etwas proöseren Oberfläche ausgestattet und ermöglich eine sehr gutes Einwachsen des Knochens.
Die Nachbehandlung ist bei beiden Varianten gleich und es ist eine sofortige Vollbelastung direkt nach der Operation möglich.
Wichtig ist jedoch eine gute Knochengrundsubstanz, sodass bei einer eingeschränkten Knochenqualität (Osteoporose) auf die zementpflichtige Variante ausgewichen werden sollte.
Fazit
„Studien zeigen, dass die unikondyläre Knieprothese bei isolierter medialer Arthrose deutlich bessere funktionelle Ergebnisse wie eine Totalprothese erzielen, bei gleichzeitig schnellerer Erholung und geringerer Komplikationsrate. Allerdings darf das geringe erhöhte Revisionsrisiko vor allem in den esten beiden Jahren nicht ganz außer Acht gelassen werden.