
Hüftschmerzen gehören zu den häufigsten orthopädischen Beschwerden im Erwachsenenalter. Sie können sportlich bedingt sein, durch Verschleiß entstehen oder Folge einer Verletzung sein. Doch nicht jeder Schmerz im Gesäß oder unteren Rücken kommt tatsächlich aus dem Hüftgelenk.
In diesem Artikel erfahren Sie, wie Hüftprobleme frühzeitig erkannt werden, welche Ursachen häufig sind und welche konservativen wie operativen Behandlungsmöglichkeiten heute zur Verfügung stehen.
Viele Patientinnen und Patienten sind überrascht, wenn sie erfahren, dass sich das eigentliche Hüftgelenk tief in der vorderen Leistenregion befindet.
Typische Schmerzen bei Hüftgelenkserkrankungen treten daher vor allem auf:
Schmerzen im Gesäß sind dagegen häufig Folge von Problemen der Lendenwirbelsäule oder einer Reizung des Ischiasnervs.
Typische Symptome einer beginnenden Hüfterkrankung sind:
Der sogenannte Anlaufschmerz entsteht durch entzündliche Reaktionen im Gelenk und ist ein klassisches Frühzeichen einer Hüftarthrose.
Bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen stehen häufig sportbedingte Beschwerden im Vordergrund. Besonders Sportarten mit schnellen Richtungswechseln und Rotationsbewegungen (z. B. Fußball) erhöhen das Risiko.
Typische Ursachen:
Das sogenannte Hüftimpingement beschreibt ein mechanisches „Anschlagen“ zwischen Hüftkopf und Pfanne. Ursache ist meist eine anatomische Formveränderung.
Typische Symptome:
Unbehandelt kann ein Impingement langfristig eine Hüftarthrose begünstigen.
Ab dem 50. Lebensjahr steht die Hüftarthrose im Vordergrund. Dabei handelt es sich um eine degenerativ-entzündliche Gelenkerkrankung (englisch: Osteoarthritis).
Typischer Verlauf:
Viele Patientinnen und Patienten steigen im Verlauf auf das Fahrrad um, da zyklische, gleichmäßige Bewegung oft gut vertragen wird.
Ein einzelnes „Wundermittel“ gibt es leider nicht. Entscheidend ist ein gesunder Lebensstil:
Insbesondere Übergewicht erhöht die entzündliche Aktivität im Körper und belastet das Hüftgelenk zusätzlich.
Die Basis jeder Behandlung ist die konservativ-funktionelle Therapie.
Dazu gehören:
Wichtig: Keine konservative Maßnahme kann eine Arthrose heilen – sie wirkt symptomlindernd.
Ein künstliches Hüftgelenk (Hüftprothese) sollte in Betracht gezogen werden, wenn:
Die Hüftendoprothetik hat sich in den letzten Jahren erheblich weiterentwickelt:
Registerdaten zeigen, dass über 70 % der Hüftprothesen nach 20 Jahren noch voll funktionsfähig sind – moderne Implantate versprechen weitere Verbesserungen.
Im höheren Lebensalter treten häufig Schenkelhalsfrakturen auf – meist infolge eines Sturzes bei bestehender Osteoporose.
Risikofaktoren:
Eine Knochendichtemessung gehört zur Standarddiagnostik. Ziel ist es, weitere Frakturen zu vermeiden.
Die operative Versorgung erfolgt entweder durch:
Vorteil der Prothese: sofortige Vollbelastbarkeit und schnelle Mobilisation.
Nicht selten strahlen Beschwerden der Lendenwirbelsäule in die Hüfte aus.
Eine sorgfältige Anamnese, klinische Untersuchung und ggf. eine diagnostische Testspritze helfen, die Ursache klar zu identifizieren.
In etwa 90 % der Fälle lässt sich die Schmerzursache eindeutig zuordnen.
Das Hüftgelenk ist das zentrale Verbindungsglied zwischen Ober- und Unterkörper.
Muskuläre Dysbalancen, verkürzte Strukturen oder Sehnenreizungen können sowohl Ursache als auch Folge einer Hüfterkrankung sein. Eine gezielte Therapie dieser Strukturen ist daher essenziell.
Es gibt kein einzelnes „Arthrose-Gen“. Vielmehr erhöhen bestimmte genetische Varianten das Risiko für:
In Kombination mit Lebensstilfaktoren kann sich daraus eine Arthrose entwickeln.
Hüftschmerzen sind häufig, aber gut behandelbar. Entscheidend ist eine präzise Diagnose und ein individuell angepasstes Therapiekonzept.
Je früher Beschwerden erkannt werden, desto besser lassen sich langfristige Schäden vermeiden.